| Veranstaltung: | BDKJ Mainz |
|---|---|
| Antragsteller*in: | BDKJ Vorstand (BDKJ Vorstand) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 20.05.2026, 13:26 |
B3.4.1. 3.4. MBR
Berichtstext
Referat Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus
in Rheinland-Pfalz (MBR)
Der BDKJ ist seit 2007 ein Träger der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus
in Rheinland-Pfalz (MBR). Die Regionalstelle Mitte ist zuständig für die
Landkreise Bad Kreuznach, Alzey-Worms, Mainz-Bingen, den Donnersbergkreis sowie
die Kreisfreien Städte Mainz und Worms.
Die MBR berät und unterstützt zivilgesellschaftliche Akteure, die mit
Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus konfrontiert sind oder sich
gegen rechtsextreme Erscheinungsformen vor Ort engagieren möchten. Gemeinsam
werden fallspezifisch individuelle Handlungsoptionen unter Berücksichtigung der
lokalen Gegebenheiten, Möglichkeiten und Bedarfe entwickelt. Die Beratung
erfolgt vertraulich, das Angebot orientiert sich an den Bedürfnissen der
Beratungsnehmer*innen, ist aufsuchend und kostenfrei. Ziel der MBR ist es, eine
menschenrechtsorientierte demokratische Kultur zu stärken, in der Hinsehen und
gelebte Zivilcourage eine bedeutende Rolle spielt.
Die Mobile Beratung ist durch die Veränderungen des
Organisationsentwicklungsprozesses im Bischöflichen Jugendamt seit August 2025
nicht mehr im Referat Politische Bildung angesiedelt, sondern ein
eigeneständiges Referat. Dem Referat sind zwei Vollzeitstellen und eine
Teilzeitstelle mit 50% zugeordnet. Im Berichtszeitraum gab es vom September bis
Januar eine Vakanz von einer Vollzeitstelle, sodass Anfragen abgelehnt werden
mussten und die Mitarbeiter zeitweise an der Kapazitätsgrenze arbeiteten. Seit
dem 01.02.2026 ist das Referat wieder vollständig besetzt, die Einarbeitung
erfolgt bis August.
Die Regionalstelle Mitte der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in
Rheinland-Pfalz hat im Kalenderjahr 2025 trotz der viermonatigen Vakanz von
einer Vollzeitstelle 94 Fälle unterschiedlichster Intensität und Beratungsdauer
bearbeitet.
Schwerpunkte der Beratungsarbeit lagen 2025 in den folgenden Bereichen:
- Unterstützung und Vernetzung von Zivilgesellschaft in Auseinandersetzung
mit wiederkehrenden rechtsextremen Aktionen sowie Demonstrationen vor Ort
und Entwicklung von Handlungsstrategien. Insbesondere in Worms, Alzey und
Bretzenheim bei Bad Kreuznach
- Begleitung und Beratung von unterschiedlichsten Bündnissen im
Zuständigkeitsbereich.
- Vernetzung mit katholischen Akteuren, wie dem KJB Rheinhessen und
Verbänden über die Bistumsgrenze hinaus. Dies liegt begründet in der
Tatsache, dass sich das Bistum Trier in den Landkreis Bad-Kreuznach und
das Bistum Speyer in den Donnersbergkreis erstreckt.
- Eskalierende Konfliktlage am 3. Oktober 2025 am Treffpunkt Nordpfalz in
Gauersheim im Donnersbergkreis und der damit verbundenen Südweststrategie
der AfD
- Abwehren des Angriffes auf die Strukturen der MBR durch die NGO Kampagne
von Nius, welche darauf abzielt, das Bundesprogramm Demokratie leben! zu
schwächen
- Beratung von lokalen Parteiverbänden in Bezug auf Konfrontation mit der
AfD im Landtagswahlkampf
- Beratungen im Umgang mit der Bedrohung der Demokratie durch die AfD
Landtagsfraktion und deren nach der Landtagswahl verdreifachten
Mitarbeiter*innenzahl
- Beratung in Bezug auf ein falsch verstandenes Neutralitätsgebot. Art. 1
ist nicht verhandelbar. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu
achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
