| Veranstaltung: | BDKJ Mainz |
|---|---|
| Antragsteller*in: | BDKJ Vorstand |
| Status: | Eingereicht |
B4.4: Bericht Lotsenstelle
Berichtstext
Im Bereich der Prävention/ Lotsenstelle Kindeswohl war mehrere Jahre eine 50 %-
Referen*innenstelle angesiedelt. Bis zum 28.02.2026 hatte Miriam Heinz diese als
Elternzeitvertretung für 1 Jahr inne. Seit dem 01.03.2026 ist Anja Krieg wieder
aus der Elternzeit zurückgekehrt und zusätzlich ist im Rahmen des OE-Prozesses
eine weitere 50 %-Referent*innenstelle geschaffen worden. Zum 01.03.2026 hat
Sophie Eberle diese übernommen.
Zu den Aufgaben der Lotsenstelle zählen insbesondere fachliche Beratung,
Koordination der Präventionsschulungen, Arbeit mit dem Lotsenstellenteam und
Schnittstellenarbeit.
In der fachlichen Beratung zur Umsetzung der Präventionsordnung waren in erster
Linie Präventionsmaßnahmen, wie Einschätzung und Anfragen zu Schulungen bzw.
Schulungsformaten, Fragen rund um die Institutionellen Schutzkonzepte,
Einsichtnahme in Führungszeugnisse und sinnvolle Verhaltensregeln, Thema. Ebenso
wurde in der Planung und Umsetzung präventiver Elemente in konkreten Angeboten
unterstützt.
Ehrenamtliche, Hauptamtliche sowie Fremde wurden beim Umgang mit Fällen von
Kindeswohlgefährdung bzw. sexualisierter Gewalt unterstützt. Die Unterstützung
bestand bspw. in der Klärung konkreter Fragestellungen, der Bereitstellung von
Beratungsstellen-Adressen, in der Klärung von Handlungsmöglichkeiten oder in der
Begleitung bzw. Nacharbeit des Prozesses. Kontaktaufnahmen zur Lotsenstelle
kamen 2025 besonders bei Fragen von Kindeswohlgefährdung im häuslichen Kontext,
die oftmals in Freizeiten von Kinder und Jugendlichen geäußert wurden und zum
Teil psychischer Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen, zustande.
Im Januar 2025 erhielten wir die Rückmeldung zur fachlichen Prüfung unseres ISKs
durch die Koordinationsstelle Prävention im Bistum Mainz. Unser Schutzkonzept
und die Art und Weise der Erarbeitung wurden gelobt, es gab keine tiefgreifenden
fachlichen Verbesserungswünsche. Die geäußerten hilfreichen Verbesserungsideen
wurden eingearbeitet. Noch immer sind nicht alle Prozesse, die durch die ISK-
Erarbeitung angestoßen wurden, (komplett) beendet (bspw. Anpassung und Druck des
Verhaltenskodex‘ inklusive Selbstauskunftserklärung). Die
Veranstaltungscheckliste ist fertig gestellt. Das ISK wurde auf der Homepage
veröffentlicht und verbreitet.
Ein großer Teil der Arbeit besteht in der Koordination der Präventionsschulungen
der KJBs. 2025 haben über die KJBs und den BDKJ Darmstadt insgesamt 48
Schulungen mit ca. knapp unter 1000 Teilnehmer*innen stattgefunden. Die Abläufe,
die im Zuge der Umstellung der Honorarprozesse durch das Bischöfliche Ordinariat
anfielen, funktionierten 2025 überwiegend routiniert und handlungsnah. Anfang
2026 kam es zu weiteren Anpassungen und Abklärungsbedarfen im Honorarprozess mit
der Honorarstelle. Die Durchführung der Schulungen wird durch ehrenamtliche
Teamer*innen ermöglicht, die dazu ausgebildet und in ihrer Tätigkeit begleitet
werden. Das Team besteht aktuell aus 23 aktiven Personen sowie weiteren
Personen, die die Qualifizierung zum Schulen besucht haben und nun ggf. neu
einsteigen. Des Weiteren sind auch größtenteils die Hauptamtlichen aus den KJB’s
und beim BDKJ Darmstadt in der konkreten Durchführung der Schulungen als
Schulungsreferent*innen aktiv.
Die grundlegende Überarbeitung der Broschüre „Kinder schützen“ konnte leider
aufgrund der Arbeitsauslastung innerhalb der 50%-Stelle noch nicht im
gewünschten Umfang weiter vorangetrieben werden und wird in der kommenden Zeit
weiterhin eine große Aufgabe sein.
Neben Grundlagen- und Aufbauschulung (Schulung für Schulende) findet mit neuen
Hauptamtlichen ein einführendes Gespräch statt, in dem auf Maßnahmen der
Prävention und Richtlinien zur Intervention bzw. zum Umgang mit Fällen von
Kindeswohlgefährdung hingewiesen wird. Inhalte und Form des Gesprächs gilt es
strukturiert auf ihre Wirksamkeit hin zu reflektieren. Gleichsam zeigen sowohl
die ersten Rückmeldungen als auch die Anzahl und Art der Rückfragen zum Thema,
dass die Handlungssicherheit im Themengebiet zugenommen hat.
Ein regelmäßiger (2-3 x pro Jahr) Austausch der Zuständigen für Prävention in
den Regionen findet statt.
Die Vernetzung ins Bistum hinein ist über die Mitarbeit beim Runden Tisch
Prävention sowie der Untergruppe „Umgang mit betroffenen und meldenden
Personen“. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich aktuell als Themenschwerpunkt mit
„dem Ausbau und der Weiterentwicklung niedrigschwelliger Angebote und
Unterstützungsstrukturen für betroffene und meldende Personen sowie für
betroffene Mitarbeitende“ (Arbeitstitel). Aus der Mitarbeit beim Runden Tisch
Prävention ist eine Mitarbeit in der bistumsweiten Arbeitsgruppe Inhalte aus dem
Verhaltenskodex „bebildern“ für verschiedene Zielgruppen (Kinder, Jugendliche,
Erwachsene und ältere Menschen) entstanden. Zudem wurde die Mitarbeit am ISK BO
fortgeführt.
Im Rahmen der Ausbildung des Pastoralkurses wurde im Oktober 2025 ein Modul zu
Peergewalt über die Lotsenstelle gestaltet.
Schnittstellen nach außen sind etwa der hjr, die Bundesebene sowie die ajs.
Die weitere Ausgestaltung, Arbeit an offenen Themen und Aufgaben sowie
Prozessbegleitung wird im kommenden Jahr weiter prägend für die Arbeit der
Lotsenstelle sein, die vor allem gestärkt wird durch die Erweiterung der
personellen Ressourcen mit einer weiteren 50%-Referent*innenstelle.
Die grundlegende Überarbeitung der Broschüre „Kinder schützen“ wird weiterhin
ein großes Thema sein und bedarf einiger personeller Kapazitäten im kommenden
Jahr.
Zudem wird sich der Bereich Prävention/ Lotsenstelle perspektivisch wieder mit
der Überarbeitung des ISK beschäftigen.
- Welche Fragen rund um die Präventionsarbeit könnten (noch eindeutiger)
geklärt sein und so für Handlungssicherheit sorgen?
- Welche Themen sollten unbedingt in diesem Kontext noch bedient werden und
auf welche Weise? Was braucht ihr für eure Arbeit?
