| Veranstaltung: | BDKJ Mainz |
|---|---|
| Antragsteller*in: | BDKJ Vorstand |
| Status: | Eingereicht |
B4.5. Freiwilligendienste
Berichtstext
Der BDKJ-Diözesanverband Mainz ist anerkannter Träger des Freiwilligen Sozialen
Jahres.
Es gibt jedes Jahr ca. 240 Freiwillige, die in 8 Gruppen aufgeteilt sind. Jede
Gruppe wird von einer hauptamtlichen pädagogischen Fachkraft und drei
Teamer*innen (kurzfristig Beschäftigte) geleitet, mit Ausnahme der Gruppe 8:
Hier werden die Freiwilligen durch zwei hauptamtliche Bildungsreferent*innen
ohne Team begleitet. Pro Gruppe finden insgesamt 25 Bildungstage (5 x 5) statt
bzw. beim FSJ Flexi 30 bzw. 15 Bildungstage (3 x 5 pro Halbjahr).
Neben der gruppenpädagogischen Begleitung werden die Freiwilligen auch
individuell betreut. Dazu gehören z. B. Beratungsgespräche,
Interessenvertretung, Kriseninterventionen und Einsatzstellenbesuche.
Der Trend einer immer späteren Bewerbungsphase hat auch für das Kursjahr
2025/2026 nicht nachgelassen. Erfreulicherweise sind unsere Bewerbungszahlen,
nach einer leichten Delle der letzten zwei Jahre, wieder gestiegen. Im Vergleich
zu anderen Trägern hatten wir aber in den letzten Jahren keine gravierenden
Rückgänge der Zahlen. Dies führen wir zum einen auf unseren sehr guten Ruf als
FSJ-Träger zurück, da ein FSJ beim BDKJ ein hohes Qualitätsniveau verspricht,
was uns durch ehemalige FSJler*innen immer wieder bestätigt wird. Dies drückt
sich zum anderen auch darin aus, dass viele ehemalige FSJler*innen Werbung für
uns machen und so viele neue FSJler*innen über Empfehlungen von Ehemaligen zu
uns kommen.
Das Beratungsgespräch zu Beginn des Bewerbungsprozesses führen wir weiterhin als
Gruppengespräch (mit anschließendem kurzen Einzelgespräch) und in digitaler Form
durch.
Auf Grund des späteren Bewerbungszeitraums haben wir, wie schon im Vorjahr,
einen Teil der Kursgruppen später starten lassen.
Es zeichnete sich in den vergangenen Jahren ab, dass die Freiwilligen zunehmend
einen individuellen Betreuungs- bzw. Beratungsbedarf haben. Dies ist auch Grund
für eine stetige Fortbildung unseres Teams im Bereich der psychischen
Erkrankungen und die Einrichtung der Projektstelle Inklusion, Integration und
Diversität.
Neben der Arbeit mit den Freiwilligen ist auch die Arbeit mit den Anleiter*innen
ein wichtiges Anliegen, da sie die Freiwilligen beständig in den Einrichtungen
begleiten. Auch für die Anleitungen haben wir im Jahr 2025 einen Fachtag
angeboten. Zudem bieten wir jährlich zwei Austauschtreffen für Anleitungen und
einen Tag für neue Anleitungen an. Bei diesen Veranstaltungen kooperierten wir
teilweise mit dem Referat Freiwilligendienste der Caritas im Bistum Mainz. Um
die Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltungen kümmert sich eine neu
gegründete Arbeitsgemeinschaft innerhalb des Referats.
Seit Frühjahr 2024 haben wir eine Werkstudierendenstelle mit zehn Wochenstunden
im Referat angesiedelt. Da sich diese Unterstützung bewährt hat, konnten wir die
Stelle nach dem Weggang von Antonia Schulte im Sommer 2025 neu besetzen. Derzeit
ist Sina Rahm als Werkstudentin im Referat tätig.
Im Zeitraum von September 2025 bis März 2026 hat Maximilian Kistner sein
studienintegriertes Praxissemester im Rahmen des Studiums der Sozialen Arbeit
bei uns absolviert.
Seit Sommer 2025 ist die neue Projektstelle Inklusion, Integration und
Diversität mit Miriam Hermann besetzt. Neben dieser Stelle ist Miriam weiterhin
als Bildungsreferentin der Gruppe 9 tätig.
Nach gut zwei Jahren im neuen Anstellungssystem (kurzfristige Beschäftigung)
können wir ein positives Fazit zur Umstellung ziehen. Im letzten Jahr haben wir
nochmal kleine Anpassungen des Verwaltungsablaufes vorgenommen, seitdem gibt es
auch hier deutlich weniger Probleme.
Nach den Kürzungen der letzten Jahre gibt es an dieser Stelle erstmals wieder
positive Nachrichten. Die Bundesmittel wurden wieder erhöht und erreichen damit
ungefähr das Niveau von vor den Kürzungen. Zum Kursjahr 2026/2027 werden die
Mittel nochmals deutlich steigen.
Die Kurzfristigkeit der Mittelerhöhungen im laufenden Kursjahr stellen uns und
andere Träger aber vor die Herausforderungen, die Mittel entsprechend abrufen zu
können. Eine Übertragung von Restmitteln ist nicht möglich.
Ziel der Mittelerhöhungen ist es, die Zahl der Freiwilligenplätze zu erhöhen. Um
dies umsetzten zu können, werden wir zum 01.09.2026 zwei zusätzliche Stellen (je
19,5 Stunden) einrichten. Diese beiden neuen Bildungsreferent*innen werden eine
weitere Flexigruppe übernehmen. Die Stellen sind zunächst bis zum 31.08.2027
befristet, da die Bundesmittel für diesen Zeitraum gewährt werden können.
Bereits im vergangenen Jahr haben wir uns intensiv mit den Standards unserer
Bildungsarbeit beschäftigt. Seit dem Kursjahr 2025/2026 sind diese für alle
Gruppen verbindlich. Selbstverständlich wollen wir diese regelmäßig in den Blick
nehmen und ggf. anpassen.
Wie bereits erwähnt konnten wir im Sommer 2025 die Projektstelle einrichten.
Finanziert wird diese für fünf Jahre aus Stiftungsmitteln der Hedwig Bachmeier-
Stiftung.
Unser Ziel ist es mit dieser Stelle dem wachsenden Unterstützungsbedarf auf
Seiten der Freiwilligen und der Einrichtungen gerecht zu werden und auch für die
Kolleg*innen im Referat eine fachliche Unterstützung anzubieten.
Bis zum Sommer 2026 wollen wir ein Detailkonzept als Grundlage der Stelle
erstellen, um das Potenzial der zusätzlichen Stunden voll ausnutzen zu können.
Neben dieser Konzeptionierung werden aber schon jetzt Arbeitsbereiche durch die
Projektstelle übernommen. Dies sind zum Beispiel die Beratungsgespräche für
inklusiveFreiwillige oder für Internationalists.
Nach einem erfolgreichen Förderantrag bei der Johannesstiftung des Bistums
stehen uns bis Ende 2026 Gelder zur Förderung von Sprachkursen zu Verfügung.
Konkret wurden uns 15.000,00 Euro zur Förderung von 30 Freiwilligen mit je
500,00 Euro bewilligt. Die Vergabe an die Freiwilligen liegt dabei in unseren
Händen. Das Angebot richtet sich sowohl an internationale Freiwillige als auch
an Freiwillige aus dem Inland mit einem entsprechenden Bedarf. Mit dieser
Maßnahme wollen wir einen Beitrag zu einer besseren Integration leisten und die
Chancen für eine Ausbildung/ein Studium nach dem FSJ erhöhen. Mit Blick auf den
Fachkräftemangel sehen wir hier ein großes Potenzial. Die Bearbeitung der
Anträge wurde inzwischen an die Projektstelle übergeben.
Kurz vor dem Jahreswechsel konnten wir das überarbeitete Bildungskonzept
finalisieren. Inzwischen ist dieses in digitaler und gedruckter Form verfügbar.
Die katholischen Freiwilligendienstträger haben sich auf eine interne
Qualitätsprüfung verständigt. Wir als Träger werden im Kursjahr 2024/2025
geprüft und mussten bis zum Januar 2026 unser Prüfhandbuch einreichen. Im Juni
2026 steht das finale Prüfgespräch an. Bei bestandener Prüfung erhalten wir im
Rahmen der Trägerkonferenz im November 2026 das Zertifikat.
Die Erstellung des Prüfhandbuches war sehr aufwendig und umfangreich, daher hat
dies im letzten Jahr viele Ressourcen erfordert. Das gesamte Team des Referats
war in die Prüfung eingebunden, die Hauptarbeit lag aber bei der stellv.
Referatsleitung und der Referatsleitung.
Im ersten Quartal 2026 haben wir die Struktur unserer Homepage komplett
überarbeitet. Ziel davon war es die Inhalte zielgruppengerecht aufzubereiten. So
haben wir jetzt separate Bereiche für Freiwillige, Interessierte und
Einsatzstellen. www.freiwilligendienste-bdkj.de
Zudem prüfen wir aktuell die Einrichtung von regionalen Domains (bspw. fsj-
gießen.de) um im gesamten Bistumsgebiet besserer Sichtbarkeit bei Onlinesuchen
zu erreichen.
Unser Datenprogramm Sodys bietet neben der Datenverwaltung auch ein WIKI als
Plattform für Prozessbeschreibungen und Wissensmanagement. Im letzten Jahr sind
wir dazu übergangen alle wichtigen Prozesse und Informationen hier systematisch
anzulegen. Im Referat Freiwilligendienste haben und hatten wir in der Regel eine
höhere Personalfluktuation, die Sicherung des Wissens im WIKI soll bei der
Einarbeitung unterstützen und den Verlust von Wissen durch Personalwechsel
reduzieren.
Im Rahmen unserer jährlichen Referatsklausur haben wir uns mit der Struktur
unserer internen Arbeitsgemeinschaften und Zuständigkeiten beschäftigt. Dabei
wurden manche der bisherigen Arbeitsgemeinschaften aufgelöst und in
Zuständigkeiten (von einer Person) überführt. Andersherum wurden aber auch neue
Arbeitsgemeinschaften gegründet (bspw. die AG Einsatzstellenveranstaltungen).
Im Rahmen einer Teamklausur im Winter 2024 haben wir uns dazu entschieden, eine
der fünf Bildungswochen auf einzelne Wahlbildungstage aufzuteilen. Dies hat
unterschiedliche Gründe: Zum einen wollen wir die Belastung auf Seiten der
Bildungsreferent*innen reduzieren, zum anderen haben wir so künftig die
Möglichkeit, Themen der politischen und religiösen Bildung gezielter zu setzen
und ein breiteres Angebot zur Verfügung zu stellen.
Im letzten Jahr haben wir uns sowohl mit der inhaltlichen als auch mit der
administrativen Umsetzung beschäftigt und werden im Kursjahr 2026/2027 erstmals
mit der neuen Seminarstruktur arbeiten.
Trotz guter Vorarbeit wird diese Umstellung einige Herausforderungen mit sich
bringen.
Im neuen Kursjahr 2026/2027 werden wir, wie bereits erwähnt, je Gruppe fünf
Wahlbildungstage an Stelle einer klassischen Bildungswoche anbieten. Von diesen
fünf Tagen werden zwei Tage gruppengebunden stattfinden. Dies ist zum einen ein
Kennenlerntag zu Beginn des Dienstes und zum anderen eine eintägige
Zwischenreflexion im Frühjahr (zwischen der dritten und vierten Bildungswoche).
Die übrigen drei Tage können durch die Freiwilligen nach Interessen gewählt
werden. Hierzu bieten alle Bildungsreferent*innen, die stellv. Referatsleitung
sowie die Referatsleitung unterschiedliche Angebote an. Bei diesen Angeboten
können auch die Teamer*innen unterstützen bzw. selbst Angebote bereitstellen.
Die Einwahl in die einzelnen Wahlbildungstage erfolgt zu Beginn des Kursjahres.
Die Debatte rund um das Wehrdienstmodernisierungsgesetz und damit auch um das
Thema Pflichtdienst wird uns in der kommenden Zeit stark beschäftigen. Noch sind
die konkreten Auswirkungen des neuen Gesetzes auf unsere Arbeit nicht absehbar.
Durch Lobbyarbeit der Zentralstellen konnte immerhin erreicht werden, dass am
Ende des Fragebogens zur Wehrfähigkeit ein Hinweis auf die Freiwilligendienste
erscheint. Hier wird auf die Internetseite www.freiwillig-ja.de verwiesen. Auf
dieser Seite können Interessierte Freiwilligendienstplätze suchen. Aktuell
arbeiten wir an der technischen Umsetzung, um unsere Einsatzstellen hier
sichtbar machen zu können.
Für uns und die katholische Trägergruppe bleibt aber die klare Haltung gegen
einen Pflichtdienst und für einen Rechtsanspruch. Die Vision 2030 ist dabei
unsere Zielvorstellung: https://www.rechtauffreiwilligendienst.de/
Im Zusammenhang damit begrüßen wir die Stellungnahmen des BDKJ-Hauptausschusses
und des ZdK, die beide zu Jahresbeginn 2026 veröffentlicht wurden.
Freiwilligkeit stärken – keine Rückkehr zur Wehrpflicht (BDKJ)
Zwischen Verteidigungsfähigkeit und Krisenresilienz – eine Positionsbestimmung
(ZdK)
Gemeinsam mit Pax Christi werden wir zu diesem Thema auch eine Veranstaltung am
27.10.2026 im Jugendhaus anbieten. Die Bewerbung dazu erfolgt nach den
Sommerferien. Bischof Kohlgraf wird an dieser Veranstaltung dabei sein.
Durch den Weggang von Louis-Baptiste Betrande zum 30.04.2026 und die beiden
neuen Stellen zum 01.09.2026 werden wir in der kommenden Zeit voraussichtlich
drei neue Personen im Referat einarbeiten müssen. Hierbei wird uns unsere
ausführliche Onboarding-Liste helfen, trotzdem werden dadurch Ressourcen
gebunden.
- Wo seht Ihr Möglichkeiten der engeren Zusammenarbeit zwischen dem FSJ und
den einzelnen Mitgliedsverbänden?
